Erinnerungen eines Wals

(Originalausgabe)

Der kleine Claudio oder Claude Nardelli wird 1950 in Differdange, einem Städtchen im luxemburger Industrierevier, als Sohn italienischstämmiger Eltern geboren. Im Alter von fünf Jahren führt ihn der Versuch der Eltern, mit einem Lebensmittelladen in San Demetrio, dem Heimatdorf der Mutter, einen Neuanfang zu wagen, für ein Jahr nach Italien. Die versuchte „Remigration“ der Nardellis scheitert an der wirtschaftlichen Realität. Auf Betreiben des Vaters, der sich in San Demetrio so fremd fühlt wie die Mutter in Luxemburg, zieht die Familie zurück nach Differdange. Für den introvertierten Jungen stellen sich die folgenden Jahre als die Herausforderung dar, in wechselnden Umgebungen und im Spannungsfeld zwischen verschiedenen nationalen und kulturellen Wirklichkeiten, eine eigene Identität zu finden. Erzählt wird diese Geschichte einer mehrfachen Migration als der Versuch des erwachsenen, mittlerweile Schriftsteller gewordenen Erzählers Claude, in seine Kindheit abzutauchen und sie verlässlich zu rekonstruieren.