Die Rückkehr des Domenikos
(Originalausgabe)
"Die Stadt hatte sich verändert. Das Straßenbild war nicht mehr dasselbe, überall standen Gebäude, die er nicht kannte, die Menschen sahen anders aus und ihre Umgangsformen waren andere. Er hatte erwartet, nach Hause zu kommen, nun kam er als Außenseiter. Ein leichtes Frösteln jagte über seine Haut. Er wußte wohl, was es bedeutet, von der Mitwelt nicht verstanden zu werden, hilflos den Visionen ausgeliefert zu sein, die man anderen Leuten nicht erklären konnte. Doch das Erschrecken, das er nun verspürte, war etwas Neues. Ein Fremder dort zu sein, wo man die Heimat wähnte - diese Erfahrung war ihm bislang erspart geblieben.
Das Hupen einer großen Limousine holte ihn aus seinen Gedanken. Er stand mitten auf der Straße und schüttelte etwas verwirrtden Kopf. Der Wagen bremste scharf, der Fahrer kurbelte das Fenster herunter und überschüttete ihn mit einem Redeschwall, den er nur mühsam verstand. Zu lange hatte er seine Muttersprache nicht gesprochen. Er war ihren Klang nicht mehr gewö hnt, auch wenn er es gern hörte, wenn man ihn mit seinem Familiennamen anredete, den seine Freunde so ungewöhnlich fanden und den zu behalten sie sich schwer taten ..."


