Leseprobe

aus Lutz Horneffer: Blue Diamond. Thriller

Hat der Mensch das Recht, alles zu verändern? Darf er alles seinen Bedingungen unterwerfen? Und wer straft den, der sich über die Schöpfung stellt?

Eine geheimnisvolle kristalline Flüssigkeit. Glitzernd spielt sie mit dem Licht und verzaubert die Sinne wie ein blauer Diamant.

Doch hüte dich vor der Schönheit von Blue Diamond.


1. Abschnitt. Bedingungslose Loyalität

Loyalität ist nun einmal käuflich. Bedienen wir uns dieser mächtigen Ware in ausreichendem Umfang. Fördern wir die, die bedingungslos hinter uns stehen, und strafen wir die, die Kritik äußern.

Gerade aus den Mächtigen gehen auch die besonders lasterhaften Menschen hervor. Freilich hindert nichts, dass sich auch unter diesen gute Menschen finden, und die, welche es sind, verdienen ganz besondere Bewunderung. Denn es ist schwer, Kallikles, und hohen Lobes wert, wenn er die große Macht zum Unrechttun besitzt und sein Leben trotzdem gerecht verbringt.
Platon, Gorgias (Sokrates)


Prolog
September 2005

Ich genieße es, am Strand entlangzugehen, um die Seele baumeln zu lassen. Es ist pure Entspannung für mich, das Rauschen der Wellen zu hören und den Wind zu fühlen, der an meinen Sachen zerrt. Meine Hose habe ich hochgekrempelt, und die leichte Jacke hängt lässig über meine Schulter.
Ich nahm einen flachen Stein und ließ ihn über das Wasser hüpfen, bis er in der Sonne verschwand. Stunden konnte ich so verbringen, um den Alltag für ein paar Augenblicke zu vergessen. Ich blieb stehen und sah hinaus zur glutroten Sonne.
Ja! … Das ist es!
Das sind die Momente, in denen man fühlt, noch am Leben zu sein. Tief atmete ich durch. Doch so sehr ich diesen Augenblick genoss, um so mehr drängten sich andere Gedanken auf. Gedanken, die ihren Ursprung in der Vergangenheit hatten. Und mit dieser Vergangenheit verband sich eine Frage:
Was ist der Mensch für ein Wesen? Was macht sein Drang zum Forschen aus? Ist es sein unermüdlicher Drang, alles zu verstehen? Ist es das Unbekannte? Oder dient alles nur dem Profit? Sollte die Wissenschaft nicht dem Menschen dienen?
Ich werde wohl nie eine Antwort darauf bekommen. Aber warum nur bekomme ich diesen Gedanken nicht aus meinem Kopf? Ich vermute, dass es mit den grausamen Ereignissen zu tun hat, in denen ich damals hineingezogen wurde. Alles geschah zu einem Zeitpunkt, in der mein Leben ohnehin aus dem Ruder geriet und ich alles verlor, was mir lieb und teuer war. Es war ein dunkles Kapitel in meinem Leben, und ich hatte mir vorgenommen, alles zu vergessen. Doch es ging nicht. Es hatte mich im Griff, ob ich es wollte oder nicht.
Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ein Konzern zu so etwas fähig wäre. Dass man das Risiko als akzeptabel empfand und es fertigbrachte, an einem Menschen aus Fleisch und Blut zu experimentieren. Dass man versucht, aus einem einfachen Menschen eine Waffe zu machen, die in jeder möglichen Situation mit tödlicher Präzision funktioniert. Wenn ich nur daran denke, bricht mir heute noch der kalte Schweiß aus. Alles war scheinbar erlaubt, und jedes Mittel schien recht zu sein. Keiner wies Grenzen auf oder hatte den Mut zu sagen: Bis hierhin und nicht weiter. Konzerne, wie die Dionex Corporation schienen das Recht gekauft zu haben, und niemand wagte es, Zweifel zu äußern.
Warum ist der Mensch mit seiner Natur nicht zufrieden, fragte ich mich? Warum will er alles verändern? Warum muss er immer nur alles seinen Bedingungen unterwerfen? Hat uns die Evolution nicht zu dem gemacht, was wir sind? Die Spitze der Schöpfung? … Die Spitze? Himmel Herrgott, was rede ich da! Aber was sind wir dann? Sind wir einfach nur profitgierige Ungeheuer? Ich weiß es nicht.
Doch warum tun Konzerne so etwas? Warum lässt man Menschen auch dann noch leiden, wenn die Ziele nicht mehr erreichbar sind? Warum forschen sie weiter und opfern Leben auf Leben?

Jedenfalls hat die Befehlsfolge einwandfrei funktioniert. Alle funktionierten im Getriebe der Macht. Nichts sickerte nach draußen. Wie geht so etwas? Es ist mir unheimlich.
In einem geheimen Labor, in dem keine Schreie entweichen können, wurde die gefährliche Substanz erschaffen. Es war nur ein funkelndes blaues Serum, das töten und vernichten sollte. Es spielte mit dem Licht wie ein blauer Diamant. Zu jeder erdenklichen Zeit einsetzbar. Eine Waffe des Bewusstseins. Eine unsichtbare Waffe, die dem eigenen Willen alles unterordnet, selbst die Achtung vor dem Leben.
Ich erinnere mich noch an die völlig verängstigte junge Frau. Wie hieß sie doch gleich? … Ach ja, Angelina. Sie war ein so lebendiges Wesen! Sie berichtete mir, dass sie eines Abends in ihrer Wohnung von etwas angegriffen wurde, das nicht zu sehen war. Ich glaubte ihr damals kein Wort, und doch waren ihre Worte wahr.
Wie das wohl ist, wenn etwas Unsichtbares am eigenen Körper entlanggleitet? Man blickt an sich herunter, sieht aber nichts. Nicht das Geringste. Und doch ist da etwas. Etwas, dem man nicht entfliehen kann. Etwas, das nicht danach fragt, ob man Angst hat. Man kann sich in das kleinste Loch verkriechen oder rennen, so schnell einen die Beine tragen, und doch wird es einen treffen. Überlebende berichteten, dass eine unbeschreibliche Kraft durch sie hindurchging. Man ist absolut hilflos und dieser Macht völlig ausgeliefert.
Was kann da ein einfacher Detective wie ich, Jeremy Tolliver, schon ausrichten? Wie soll ich Menschen schützen, wenn ich nicht weiß, aus welcher Richtung die Gefahr kommt? Ich war doch selbst so hilflos, bis mich diese Angst packte, als ich zu verstehen begann, und von da an wollte ich selbst nur um mein Leben laufen. Denn kaum hatte ich mit den Ermittlungen begonnen, wurden mir auch schon die ersten Steine in den Weg gelegt. Kaum hatte ich erste Beweise, musste ich gegen alle Kräfte ankämpfen. Gegen das Department und gegen die mächtigen Figuren, die im Hintergrund die Fäden ziehen. Sie hatten die besten Kontakte nach ganz oben und würden alles daransetzen, das Geheimnis zu wahren. Und doch wollte ich mich nicht beirren lassen. Es gab Menschen, die Angst hatten und mich brauchten.

Ich habe mich gefragt, was ich als Polizeibeamter des New Yorker Police Department ausrichten kann? Mein Glaube, für die gerechte Sache anzutreten, war schließlich schwer ins Wanken geraten. Denn auch ich war nur ein Glied in der langen Kette von Befehlsempfängern. Doch ich wollte nicht im Sinn des Systems funktionieren. Ich konnte es nicht. Ich glaubte an Werte, die es zu verteidigen galt.
Und als hätte ich damals nicht Probleme genug: Meine Ehe war gescheitert, und die Auflagen des Gerichts verboten mir, meine Kinder zu sehen. Das tat wirklich weh. Ich stand damals kurz davor, alles, aber auch wirklich alles, hinzuwerfen und mich mit Alkohol zu betäuben, aber da war dieser Funken Hoffnung. Und dieser Funke gab mir die Kraft, nicht aufzugeben und weiter gegen all diese zerstörerischen Kräfte anzukämpfen, die mich umgaben, war ich doch der Einzige, der die Wahrheit über die verbotenen Experimente aufdecken und für die Toten eintreten und ihnen eine Stimme geben konnte. Trotz meiner Angst und der Verzweiflung machte ich weiter, auch wenn ich wusste, dass man nach meinem Leben trachtete.
In meiner tiefsten Not schien die Gegenseite auch noch zum letzten, vernichtenden Schlag auszuholen. Ich saß in einer Falle, doch das wahre Ausmaß des Abgrundes sollte noch um ein vielfaches grausamer sein als alles, was ich mir vorstellen konnte.
Begonnen hat alles an einer ganz normalen Universität an einem ganz normalen Oktobertag 2004.

Eine teuflische VerführungMontag, der vierte Oktober 2004. Columbia University, New York.

Die Vorlesung im Physiksaal war beendet, die Studenten drängten nach draußen. Unter ihnen war auch der hochgewachsene Bruce Kelly, der mit seinen ein Meter dreiundneunzig die meisten überragte. Er schritt die breiten Treppen herunter, verließ das Gebäude und schlug den Weg zur Kantine ein. Draußen empfing ihn eine spätsommerliche Hitze, die wie ein Leichentuch die ganze Stadt bedeckte. Die Sonne strahlte und warf die vorbeiziehenden Schatten der Wolken auf den Rasen, der von Studenten und Laub belagert wurde.
Bruce war zufrieden mit sich. Wurde doch seine Projektarbeit besonders benotet und als Maßstab gesetzt. Er mochte es, in der ersten Reihe zu tanzen. Er war nicht eingebildet, doch war es schon immer sein Bestreben gewesen, an etwas teilzunehmen, das seiner Familie und ihm Ansehen verschaffte.
Seine blonden Haare lagen korrekt. Er trug eine Jeans, ein kurzärmliges Hemd und hatte die ganze Zeit nicht bemerkt, dass er von einer brünetten Studentin verfolgt wurde, die sich immer geschickt im Schatten der Bäume aufhielt.
Als Bruce die Kantine betrat, dröhnte ihm die typische Geräuschkulisse entgegen. Mit einem Tablett stellte er sich bei der Essensausgabe an. Es ging nur langsam voran, doch endlich konnte er sich setzen.
»Ist bei dir noch ein Platz frei?«, fragte eine weibliche Stimme.
Bruce schaute auf und verschluckte sich fast, als er in leuchtend grüne Augen sah.
»Ja, ja. Natürlich, setz dich.«
»Danke!«
Bruce versuchte, sie nicht weiter zu beachten, wenngleich sein Blick immer wieder auf den Brustansatz fiel, der sich unter ihrem weißen Hemd abzeichnete.
»Ich habe die Präsentation deiner Projektarbeit verfolgt«, wagte sie ein Gespräch einzufädeln. »Echt stark.«
Bruce sah auf und lächelte.
»Ja, wirklich?«
»Es hat sich herumgesprochen, dass du wohl der Talentierteste bist.«
»Ach, die übertreiben alle.«
»Nein, wirklich.«
»Physik ist mein Element«, sagte er und sah der Schönheit direkt in die Augen. »Ich habe dich hier noch nie gesehen.«
»Habe die Uni gewechselt«, antwortete sie knapp und biss in ihre Pommes.
Jeder aß und versuchte, den Blicken des anderen auszuweichen.
»Hey, Bruce«, erklang es plötzlich hinter ihm. »Gute Arbeit vorhin.«
»Tobey? Ich wusste nicht, dass du auch an der Vorlesung teilnimmst«, sagte Bruce und sah, wie sich sein Kommilitone einen Tisch weiter setzte.
Eigentlich wollte Bruce zu ihm, doch die Brünette faszinierte ihn zu sehr.
»Was hast du für die Zukunft geplant?«, fragte sie weiter.
Was wollte sie?
»Ich möchte Wissenschaftler werden. Ich möchte am Fortschritt mitwirken.«
»Du wirst es schaffen. Ganz bestimmt.«
»Meinst du?«
»Wenn du es dir fest vornimmst, dann schaffst du es auch«, kam die Antwort. »Ach, übrigens, ich bin Winona Gavin.«
»Bruce Kelly.«
»Hey, Bruce.«
Bruce nickte, doch irgendwie kam es ihm nicht ganz geheuer vor. Warum schmierte sie ihm Honig um den Mund?
»Und warum hast du dich für Physik entschieden?« fragte Bruce.
Winona suchte auffallend lange nach einer Antwort.
»Ich suche Talente«, antwortete sie kühl.
»Talente?«
»Nur die Besten!«
Bruce versuchte, seine Neugierde nicht zu zeigen. »Ich dachte, du studierst?«
»Das tue ich auch. Nur arbeite ich schon jetzt an meiner Zukunft.«
»Wie?«
»Ich kenne ein Unternehmen, das junge Physiker sucht und sie aufbauen will.«
»Um was geht es?«
»Geheim.«
»Komm schon«, bettelte Bruce.
Plötzlich stand die Schönheit auf.
»Entschuldige. Ich muss los.«
Auch Bruce sprang auf.
»Warte doch. Erst machst du mich neugierig, und jetzt willst du mich abspeisen? Jetzt will ich es genau wissen.«
Sie lächelte ihn an.
»Na gut. Gib mir deine Nummer. Ich ruf dich an, und dann erfährst du mehr. Okay?«
»Ja«, antwortete er und schrieb seine Nummer auf ein Blatt Papier.

*

Bruce teilte sein Internatszimmer mit seinem Kameraden Tobey Cameron. Er war allein und ging noch eine Aufgabe durch. Als er die Formel in seinen Computer eingab, die Symbole mit Zahlen und Zwischenergebnissen füllte, musste er feststellen, dass irgendwo ein Fehler sein musste.
»Verdammt«, sagte er und lehnte sich zurück; irgendwie war er mit seinen Gedanken woanders.
Ob sie noch anrief? Eigentlich glaubte er nicht daran.
Sein Schreibtisch war mit unzähligen Kratzern versehen und stand direkt vor dem Sprossenfenster, das nur durch graue Vorhänge abgedunkelt werden konnte. Das Mondlicht strahlte auf seinen Schreibtisch, gelegentlich erhellte ein Blitz den Nachthimmel und ließ ein Grollen in der Ferne ertönen. Eine Tischlampe und das Licht des Monitors waren die einzigen Lichtquellen im Raum, während ein kleines Radio leise Musik spendete.
Schwerfällig nahm er seinen Block mit den Zwischenrechnungen, bis er vom Klingelton seines Handys aufgeschreckt wurde. Gespannt ließ er alles fallen und griff zum Handy.
»Bruce.«
»Hey! Hier ist Winona Gavin. Du erinnerst dich?«
»Aber klar doch.«
»Bist du noch interessiert?«
»Ja!«
»Gut. Komm am besten gleich zur Eisenbahnbrücke. Ich hole dich ab. Es dauert nicht lange.«
Schnell schaltete er alles aus, schrieb Tobey ein paar Zeilen und machte sich auf den Weg. Schon wenig später stand Bruce unter der Eisenbahnbrücke. Doch irgendwie zweifelte er an seiner Entscheidung. Natürlich war er neugierig auf die Brünette. Doch viel mehr interessierte ihn, ob sie ihm wirklich helfen wollte. Warum hatte sie gerade ihn angesprochen? Aber wenn sie es tatsächlich ernst gemeint hätte, war es eine Chance. Vielleicht sogar die Chance seines Lebens.
Obwohl seine Jeansjacke nicht gerade dünn war, kroch es ihm kühl in den Nacken. Unter der breiten tunnelartigen Brücke war es stockdunkel. Bruce konnte im Schein der Straßenlaternen den Regen sehen, der ein leichtes Rauschen erzeugte. In den Bordsteinrinnen floss das Wasser an ihm entlang.
Ein Motorengeräusch ließ ihn aufsehen, bis er von Scheinwerfern geblendet wurde. Schließlich tauchte der Wagen unter der Brücke ein und rollte auf seiner Höhe aus. Ein uralter roter Pick–up aus den Fünfzigern.
Bruce war beeindruckt, öffnete die Tür und schaute zaghaft hinein. Da saß sie, in einem Minirock und einem Hauch von Top.
»Willst du Wurzeln schlagen?«, fragte sie frech, als sie seine Blicke spürte. »Steig ein, es ist kalt.«
Ein leichtes Herzklopfen nahm Bruce in den Griff, und schon ging die Fahrt weiter. Als sie aus der Dunkelheit der Brücke fuhren, ergoss sich der Regen über die Scheiben und trommelte aufs Dach.
Bruce sah sich im Inneren des Wagens um.
»Wo hast du denn den her?«
»Mein Bruder ist ein Autonarr. Er steht auf altes Blech aus den Fünfzigern. Und da ich kein Geld für ein eigenes Auto habe, spendierte er mir eines seiner Lieblinge«, antwortete sie.
»Der gibt dir so ein Prachtstück?«, fragte Bruce verwundert.
Winona verdrehte die Augen.
»Es ist ein ewiger Kampf. Ständig will er den Wagen sehen, und wehe er ist nicht gewaschen.«
Sie fuhren die schmale Straße entlang, die in ein Waldstück führte.
»Bruce. Du weißt, dass angesehene Unternehmen daran interessiert sind, qualifizierte Mitarbeiter schon früh aufzubauen. Darum wäre man auch bereit, dich zu unterstützen. Sie helfen dir auch bei deiner Dissertation, wenn du möchtest. Ich glaube schon, dass es hilfreich für dich sein könnte.«
»Ja, aber was machen die für Forschung?«
»Sie entwickeln neue Methoden, Nachrichten verschlüsselt zu versenden. Die Verschlüsselung von digitalen satellitengestützten Signalen ist total interessant, denn du arbeitest an der Landesverteidigung mit. Überleg doch mal, was das für einen Stellenwert hat.«
»Wo ist der Haken?«
»Es gibt keinen Haken. Denk dran, dass man in dich investiert. Sie würden dir lediglich einen Vertrag vorlegen, der dich ans Unternehmen bindet.«
»Warum ein Knebel?«
»Weil man verhindern will, dass du abgeworben wirst.«
»Verstehe«, gab Bruce zu.
»Was denkst du?«, fragte Winona.
»Ich weiß nicht, was ich denken soll.«
»Hättest du Interesse, dich einmal in der Forschungseinrichtung umzusehen?«
»Natürlich! Wann kann es losgehen?«
»Das ließe sich schnell organisieren. Vielleicht kannst du dich gleich einmal vorstellen oder sogar an einem Experiment mitmachen. Du musst dafür nur einen Personalbogen ausfüllen und eine Geheimhaltungsverpflichtung unterschreiben«, erklärte sie.
Winona sah ihn aufmerksam an.
»Und?«
»Klingt gut«, kam die knappe Antwort.
»Sieh mal ins Fach. Den Personalbogen und die Geheimhaltungsverpflichtung habe ich schon mit.«
Bruce entnahm die Papiere und ließ sie in seiner Jacke verschwinden.
Nach einer Weile ließ Winona den Wagen auf einer Wiese unter einem Baum ausrollen. Bruce wusste nicht, wie er reagieren sollte.
Auf einmal setzte sie sich auf seinen Schoß und legte ihre Arme lässig um seinen Nacken. Gekonnt bewegte sie ihre Hüfte, um ihn anzumachen.
Ihm wurde heiß.
»Was tust du?«
»Dich vernaschen«, kam die trockene Antwort.
»Ich bin nicht der Typ, dem so etwas passiert«, stotterte er.
»Auf einmal schüchtern?«
»Nein, ich … «
Ohne lange Diskussionen küsste sie ihn. Mit beiden Händen fuhr er an ihren festen und glatten Oberschenkeln entlang, bis er unter ihren Minirock geriet.
»Mann, du hast ja gar nichts drunter«, staunte er.»Quatsch nicht soviel und versenk endlich den Bolzen im Loch.«

*

Als Bruce unter der dunklen Brücke ausgestiegen war, sah er Winona noch einmal nachdenklich an.
»Ist noch etwas?«, fragte sie.
»Ich würde dich gern wiedersehen«, sagte er zaghaft.
»Wir haben Zeit. Wir sehen uns in der Uni, Okay?«
»Okay«, sagte Bruce und schloss die Tür.
Winona fuhr sofort los und griff zu ihrem Handy. Doch das Zarte und Liebliche in ihrem hübschen Gesicht war einer berechnenden Kälte gewichen.
»Ich habe ihn«, sagte sie emotionslos.

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