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Autorenprofil
Homepage: www.rolfstolz.de
Geburtsjahr: 1949
Geburtsort: Mülheim an der Ruhr
Beruf: Schriftsteller, Photograph, Diplom-Psychologe
Interview
Wen wollten Sie schon immer mal treffen?
Michail Gorbatschow und Alexander Solschenizyn
Welcher Autor hat Sie wie beeinflusst?
Gottfried Benn auf der Suche nach dem leichten und klaren Klang (dem lateinisch-mittelmeerischen); Joseph Roth bei der Suche nach dem Verschwundenen und Verborgenen in den Geschichten und in der Geschichte; Hanns Henny Jahnn beim Aufbruch in uferlose Tiefen; die großen amerikanischen Romanciers und die französischen Aphoristiker bei dem Versuch, die Wirklichkeit in knapper, definitiver Form einzufangen
Welches Buch hat Sie wie beeinflusst?
"Fluß ohne Ufer", das ich von Anfang bis Ende verschlungen habe, hat mir Mut gemacht, Bücher zu schreiben, die nicht eindeutig aus-und aufgehen, sondern deren Rätsel niemals abzuhaken sind; "Der große Gatsby" hat mir beigebracht, wie einfache Bemerkungen alles Notwendige sagen können ("In meinen jüngeren, verwundbareren Jahren ...")
Wie sehen Sie die Zukunft der Literatur?
teils voller Fragezeichen, teils mit Risiko-Optimismus (hart am Abgrund entlang und über ihn hinaus), jedenfalls jenseits der Abkassierer, Analphabeten, Cash-is-all-we-need-Barbaren in einem weiten freien Raum, der reserviert bleibt für Selbstleser und Selbstdenker, also für alle, die Widersprüche, Unkorrektheiten, Verstörungen zu schätzen wissen
Mit welchem Satz würden Sie gerne zitiert werden?
"Sicher, die Friedhöfe liegen voll mit unersetzlichen Menschen, aber das ist es eben: Jeder ist zu ersetzen, nur bleibt Ersatz Ersatz." (Schlußsatz eines Nachrufs auf Claus Sommerhage in meinem Buch "Das Haus auf der anderen Seite", Edition Bärenklau 2008)
Was denken Sie, inwiefern das Internet die Literatur beeinflusst?
von allen Seiten (neue Themen, neue Publikations- und Vermittlungsformen, neue Netzwerke und jetzt erst real weltweit und in Echtzeit)
Was ist Ihrer Meinung nach der Sinn des Lebens?
dem Traum zu folgen, es immer wieder dennoch zu versuchen
Wie soll man sich später an Sie erinnern?
wie an einen Steinblock, der zu einem großen Teil erst sichtbar und überschaubar wurde, nachdem die aufgeregt verwirbelten Strömungen abgelaufen waren
Wer ist Ihre Lieblings Romanfigur?
Gatsby, der eigentlich Getz heißt
Wenn Sie eine Zeitreise machen könnten, was würden Sie tun?
1450 nach Byzanz, von dort zu Luther 1516 in die Klosterzelle (also kurz vor einem Ende und kurz vor einem Anfang) und vielleicht noch auf einen Tee zu Chodziesners circa 1920, bei dem auch die spätere Justizministerin der DDR eingeladen ist
Was wollten Sie schon immer mal sagen?
"Die Hoffnung der Hoffnungslosen ist die Hoffnung." (aus "Begrüßung eines Endes", Freiburg 2003)
Nennen Sie uns Ihr Lieblingsbuch:
Joseph Roth "Radetzkymarsch"
Nennen Sie uns Ihren Lieblingsfilm:
Zwei: "Der eiskalte Engel" (Melville)und "Zwei Mädchen aus Wales und die Liebe zum Kontinent" (Truffaut)
Nennen Sie uns ein gutes Lebensmotto:
Lieber alles riskieren als halb verlieren.
Nennen Sie uns Ihr Lieblingszitat:
"Genug ist es, es gewollt zu haben." (Tibull)

