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Autorenprofil
Geburtsjahr: 1981
Geburtsort: Bremerhaven
Beruf: Offizier
Interview
Wen wollten Sie schon immer mal treffen?
Meinen Ururgroßvater! Da mir diese Person weder von mütterlicher noch von väterlicher Seite namentlich bekannt ist, stelle ich mir dieses Treffen als äußerst interessant vor. Für mich wäre es jedenfalls ein lohnenswerter Erstkontakt. Ich vermute, dass man aus seiner eigenen Ahnenreihe eine ganze Menge für sich und über sich selbst entdecken könnte, mal ganz abgesehen davon, dass ein solches Zusammentreffen natürlich rein fiktiver Natur ist.
Welches Buch hat Sie wie beeinflusst?
Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich verhältnismäßig wenig Literatur lese, und von Beeinflussung kann man hier sicher auch nicht reden, aber wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, dann sticht noch heute "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt hervor. Ganz besonderen Eindruck haben bei mir einige der 21 Thesen im Anhang hinterlassen: "Was alle angeht, können nur alle lösen.", "Jeder Versuch eines Einzelnen, für sich zu lösen, was alle angeht, muss scheitern.","Im Paradoxen erscheint die Wirklichkeit."
Wie sehen Sie die Zukunft der Literatur?
Mit rund 90.000 Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt im Jahr(...ist nur ein von mir aufgeschnappter Schätzwert...) kann sich das wohl jeder selbst ausmalen, obwohl ich solche Einschätzungen lieber Fachleuten überlassen möchte. Literatur verkauft sich eigentlich immer gut, aber was sich heutzutage gut verkauft, ist nicht immer Literatur.
Mit welchem Satz würden Sie gerne zitiert werden?
Ich vermute, dafür ist es noch zu früh! Erst einmal muss ich die passenden Taten vollbringen, kann also noch ein Weilchen dauern.
Was denken Sie, inwiefern das Internet die Literatur beeinflusst?
Das Internet schafft sicherlich ungeahnte und vielfältige Verbindungen, alleine schon für junge und unerfahrene Autoren wie mich, aber die Art von Vielfalt stiftet immer mehr zur Verwirrung an und lässt einen motivierten und naiven Jungautoren leicht das Opfer von Betrügereien werden. Nichtsdestotrotz, Literatur soll und muss verbreitet werden, und genau dafür halte ich das Internet für optimal, ... wenn man den Durchblick behält oder jemanden kennt, der ihn behält.
Was ist Ihrer Meinung nach der Sinn des Lebens?
Vielleicht weiß ich am Ende den Sinn, mal sehen!
Wie soll man sich später an Sie erinnern?
So, wie es sich vermutlich die meisten Elternhäuser wünschen: Höflich und gut erzogen! Aber ich arbeite noch daran.
Wer ist Ihre Lieblings Romanfigur?
Sherlock Holmes! Diese Figur hat mich seit meiner Kinheit lange Jahre begleitet und ungemein beeindruckt. Das Faszinierenste an dem Charakter Sherlock Holmes ist wohl, dass man als Leser ständig versucht ist, dieser Figur nachzueifern oder mit ihr gleichzuziehen. Und es dauert Jahre bis man für sich selber feststellen muss, dass dieser Charakter unglaublich nahe an der Perfektion grenzt und es keine vergleichbaren Eigenschaften zum Leser gibt. Nichtsdestotrotz versucht man als Mensch dieser konstruierten Nichtmenschlichkeit nachzueifern. Ich vermute, dass dieser Charakter aufgrund seiner Höflichkeit, seiner Korrektheit und seinem meist tadellosen Auftreten diese anziehende Wirkung auf mich als Kind gehabt hat. Leider ist das schon viel zu lange her, irgendwie schade!
Wenn Sie eine Zeitreise machen könnten, was würden Sie tun?
An dieser Stelle würde ich dann auf die Frage Nummer eins zurückkommen und vermutlich bei dieser Gelegenheit meiner gesamten Ahnenreihe einen Besuch abstatten.
Was wollten Sie schon immer mal sagen?
Um ehrlich zu sein: Eine ganze Menge! Und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vermutlich in der Vergangenheit bereits zuviel zu zuvielen gesagt habe, meist ohne Erfolg, aber Einsicht ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung, was dazu geführt hat, dass ich es eben aufgeschrieben habe. Ob das von Erfolg gekrönt sein wird, kann ich noch nicht beurteilen, aber der Vorteil beim Schreiben ist, dass man ein beschriebenes Blatt nicht mehr mundtot machen kann. Und es gibt nach meiner Meinung nichts Unhöflicheres als andere Menschen mundtot zu machen.
Nennen Sie uns Ihr Lieblingsbuch:
Ich habe kein besonderes Lieblingsbuch, aber "Der Prozeß" von Franz Kafka kommt dem verhältnismäßig nahe, denn auch wenn ich es nur einmal gelesen habe und das nun schon einige Jahre her ist (2001), so hat es bis jetzt mehr Eindruck hinterlassen, als das von mir meist gelesene Buch: Endlich Nichtraucher von Allen Carr. Bei "Endlich Nichtraucher" erinnere ich mich zumindest an fünf Durchläufe. Ich vermute allerdings, dass dieser Tatbestand weniger für den Herrn Kafka als vielmehr gegen mich spricht, aber das ist wohl ein anderes Thema. Der Prozeß von Franz Kafka beeindruckt durch den für mich deutlich spürbaren Kraftaufwand, es zu Papier zu bringen. Und abgesehen davon bin ich kein besonders großer Befürworter von wilden Interpretationsansätzen, die versuchen "Der Prozeß" oder andere Kafkawerke bis ins kleinste Detail zu deuten, für mich ist das absolut abwägig und eigentlich unmöglich.
Nennen Sie uns Ihren Lieblingsfilm:
Fight Club - Gravierende Wendungen aufgrund von verschobener Eigenwahrnehmung. Fremd- und Eigenwahnehmung empfinde ich als die spannensten Beobachtungsfelder am Menschen.
Nennen Sie uns ein gutes Lebensmotto:
Leben und leben lassen! Den Rest regelt das Leben meist in unbeeindruckter Weise von selbst.
Nennen Sie uns Ihr Lieblingszitat:
Es gibt sicherlich unzählig viele Zitate, die auf die meisten Begebenheiten sehr passend zutreffen oder aber einen Funken Wahrheit beinhalten, aber ich persönlich gebe mehr Acht auf die vollbrachten Taten, die hinter den Aussagen diverser Redner stehen. Nur daran lassen sich meiner Meinung nach Menschen messen. Ohne Hintergrund sind halt auch die schönsten Worte wertlos.

