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Autorenprofil
Geburtsjahr: 1943
Geburtsort: München
Beruf: Unternehmensberater
Interview
Wen wollten Sie schon immer mal treffen?
Anne-Sophie Mutter, eine Violinvirtuosin von unglaublicher Perfektion und Musikalität und zudem eine attraktive und geistreiche Frau. Ich genieße besonders ihre Interpretationen von Beethoven und Vivaldi. Leider kenne ich sie nur aus der Ferne bei Konzerten oder aus Interviews. Sie kann so strahlend lachen.
Welcher Autor hat Sie wie beeinflusst?
John Grisham Seine Romane basieren auf Konstellationen aus seinem früheren beruflichen Umfeld. Wie seine Protagonisten die gegebenen Fälle und Probleme bewältigen, wirkt authentisch und packend. "Real life" eben. Die Suche nach Gerechtigkeit läuft dabei nicht eindimensional zwischen "Gut und Böse" ab, sondern setzt sich auch mit den institutionalisierten Systemen auseinander.
Welches Buch hat Sie wie beeinflusst?
Frederick Forsith: "Der Schakal" Vielleicht ein Oldie, jedenfalls ein Klassiker. Ich bin kein ausgesprochener Fan politischer Thriller, aber mich fasziniert an diesem Roman die ständige übergangslose Vermischung von Fiktion und Realität. Perfekt konstruiert und knallhart geschrieben. Man fiebert mit dem Antihelden mit und bedauert fast sein Scheitern. - Ich bin richtig neidisch!
Wie sehen Sie die Zukunft der Literatur?
Wie heißt es so schön? "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen." Also: Allen Unkenrufen zum Trotz hat und bewahrt die Literatur ihren Platz. Dies ist deutlich an den steigenden Buchneuerscheinungen oder der immensen Publikumsresonanz z.B. zu den Buchmessen, aber auch zu Autorenlesungen, zu erkennen. Thematisch verstärkt sich der Trend gesellschaftskritischer Auseinandersetzungen. Auch moralische Tabus werden zunehmend fallen. Aber die Menschen sehnen sich auch nach Harmonie. Mal sehen, ob und wie dem begegnet wird. Trotz des wachsenden Gewichts der neuen Medien bleibt das gedruckte Buch. Schon deshalb, weil man es ohne Strom einfach und zwischendurch und überall lesen kann.
Mit welchem Satz würden Sie gerne zitiert werden?
Wer nicht lächeln kann, sollte kein Geschäft eröffnen.
Was denken Sie, inwiefern das Internet die Literatur beeinflusst?
Das Internet bietet im wahrsten Wortsinn weltumspannende Möglichkeiten der Verbreitung, des Austauschs und der Recherche. In seiner Anwendung werden vermehrt interaktive Literaturformen entstehen, wo eine nahezu unbegrenzte Zahl von Teilnehmern mitwirkt, parallel und spontan, als Leser und Co-Autoren gleichzeitig. Der Eigendynamik sind nur durch selbstdefinierte Spielregeln Grenzen gesetzt.
Was ist Ihrer Meinung nach der Sinn des Lebens?
Mich und andere zu erfreuen.
Wie soll man sich später an Sie erinnern?
Heiter, neugierig – und immer für eine Überraschung gut.
Wer ist Ihre Lieblings Romanfigur?
Derzeit Commissario Brunetti aus den Romanen von Donna Leon. Er ist Italiener, besser noch: Venezianer, liebt gutes Essen, hat Humor und kämpft - mehr oder weniger erfolgreich - gegen das Unrecht und allerlei Widrigkeiten des Alltags, auch im persönlichen Umfeld.
Wenn Sie eine Zeitreise machen könnten, was würden Sie tun?
In die Vergangenheit: Als Marco Polo auf dem Landweg unterwegs nach China. In die Zukuft: Unsere Zivilisation miterleben und -gestalten in der Zeit nach dem Erdöl.
Was wollten Sie schon immer mal sagen?
Ich sage oft, was ich sagen will. Leider. Und leider nicht immer den richtigen Leuten. Mangels Gelegenheit. Aktuell würde ich gerne den Bankenvorständen einiges zum Thema Spekulationsgeschäfte mit fremdem Geld sagen wollen. - Aber das wird besser nicht gedruckt.
Nennen Sie uns Ihr Lieblingsbuch:
Ernest Hemingway: "Der alte Mann und das Meer".
Nennen Sie uns Ihren Lieblingsfilm:
"Besser geht's nicht", mit Jack Nicholson und Hellen Hunt in den Hauptrollen. Wie sich dieser zwangsgestörte Melvin Udall durch die aufkeimenden Gefühle gegenüber seiner Lieblingskellnerin mühevoll, aber eben doch, öffnet und verändert, das ist schon brillant dargestellt. Wurde übrigens mit mehreren Oscars prämiert.
Nennen Sie uns ein gutes Lebensmotto:
In der Mitte der Nacht ist der Beginn des neuen Tags.
Nennen Sie uns Ihr Lieblingszitat:
Wechselt immer wieder mal. Derzeit von Karl Valentin: "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit".

