Ein Sachbuch von Anette Fried und Joachim Keller

(Reiseliteratur)

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Manuskript im Word-Format

Angebotstext

Yatra, der Weg ist das Ziel. Das Ziel ist der Ursprung, der Ursprung in der Gegenwart.
Yatra: der Mensch unterwegs und auf dem Weg; der Mensch als Reisender auf dem Weg durchs Leben.

„Keiner, der je mit ganzer Seele in Indien war“, schreiben die Autoren, „würde von sich behaupten, das Land zu kennen, ob er nun im Palast eines Maharadschas residiert oder den Straßenstaub auf einem Busbahnhof gemeinsam mit den Obdachlosen schluckt, ob er beim Galadiner mit einem Angehörigen der Upper Class über die politische Zukunft des Landes parliert oder Händeklatschen mit einer Kindprostituierten in Bombay spielt, ob er in den Backwaters von Kerala mitternächtliche Weissagungen empfängt oder die Felslandschaften und Steinwüsten zwischen Zanskar und Ladakh in ihrer Vielgestaltigkeit und Farbigkeit durchquert: Keine noch so abenteuerliche Mischung von Erlebnissen könnte je repräsentativ für Indien sein, kein Bild vom Land so vollständig, daß seine Konturen nicht schon beim Blick um die nächste Straßenecke gesprengt werden.“

Reisen in Indien, das ist eine Wanderschaft zwischen Heiligem und Profanem.
Annette Frieds und Joachim Kellers Begegnungen in Indien sind Begegnungen mit Bettlern und Reichen, Heiligen und Geschäftemachern, tibetischen Flüchtlingen und westlichen Heilssuchern, aber auch solchen, die in ihrem Yatra angekommen sind und in Indien ihre Lebensaufgabe gefunden haben.

Die Morgenlandfahrer ist dank hervorragender Farbfotos ein auch visuell faszinierendes Road-faction durch ein Land, das Symbol für die Konfrontation des Gegensätzlichen ist, für die Konfrontation des Märchens mit dem Elend, die sich beide auf verwirrende Weise miteinander umschlingen. Die Morgenlandfahrer ist weder Reiseführer noch Dokumentarbericht, auch nicht ein privates Tagebuch, vielmehr das Spüren nach dem roten Faden, der sich sinnhaft zwischen den schillernden heterogenen Erlebnissen und Begegnungen flicht. West goes East stellt sich hier als äußerst spannende Zerreißprobe heraus, die in der Konfrontation der schier übermächtig erscheinenden Widersprüchlichkeiten Indiens in einen Kulturschock mündet, in ein Außer-sich-Sein, in das man fällt, wenn einen die Konfrontation mit der Begrenztheit der eigenen Vorstellungswelt – mag sie einen im Angesicht der ewigen Schneeriesen oder im schwülen Asphaltdschungel Bombays ereilen – mehr ängstigt denn befreit.

Die Fahrt ins Morgenland Indien entpuppt sich zum Schluß als eine gegen den Uhrzeigersinn westlichen Konsumdenkens gerichtete Pilgerreise, die zum Ursprung eines vor dem Aufdämmern des Bewußtseins existierenden Einsseins mit der kosmischen Harmonie führt. Eine Abenteuerreise in die Innenbezirke der ältesten Geheimnisse der Welt, aufregend und schillernd wie Indien selbst.

Der 1. Teil des Manuskripts widmet sich dem Umfeld von Dharamsala in Nordindien, dem Sitz des 14. Dalai Lama, das als Brennpunkt einer Begegnung von indischer und tibetischer Kultur zum zweitfrequentiertesten Touristenziel Indiens avanciert ist.Der 2. Teil führt auf die bei Novembervollmond in Puskhar stattfindende Kamelmesse und über Intermezzi im Süden auf die Spuren der als lebende Heilige verehrten Babas. Der 3. Teil berichtet von den faszinierenden Ereignissen des 1998 in Haridwar veranstalteten größten religiösen Festes der Welt: die Kumbha Mela.
Die Morgenlandfahrer wendet sich an alle, die schon selbst in Indien oder anderen exotischen Ländern gereist sind, aber auch an die Daheimgebliebenen: Eltern, die ihre Kinder zu verstehen versuchen, und solche, die die Begegnung mit dem Fremden lieber gemütlich zurückgelehnt auf dem Sofa in den eigenen vier Wänden genießen möchten.

In der Öffentlichkeit ist in jüngster Zeit ein starkes Interesse an den Themen „Indien“ und „Tibet“ zu beobachten. Dokumentarberichte über Indien erleben im Fernsehen zur Zeit einen wahren Boom, die Indienflüge sind Monate im voraus ausgebucht und lassen eine in diesem Ausmaß nie gekannte Tourismuswelle über Indien hereinschwappen, die zu beweisen scheint, daß die Anziehungskraft des Yatra mit dem sich global ausbreitenden Sinnvakuum westlicher Prägung wächst.

Zu den Autoren:
Annette Fried und Joachim Keller, beide 1956 geboren, lernten sich während ihres Studiums der Pädagogik und Soziologie an der Universität Frankfurt am Main kennen. Sie leben und arbeiten seit 1981 zusammen. 1991 gemeinsame Promotion im Fach Philosophie. Im selben Jahr Gründung der Akademie Reuschberg in Schöllkrippen, wo sie in freier Praxis Theaterpädagogik, Kreativitätstraining, Kommunikationsanalyse und Meditation lehren. 1996 erschien im Patmos Verlag ihr Sachbuch Faszination Clown.
Seit 1994 unternehmen sie im Rahmen politischer Bildungsurlaube Reiseführungen durch Indien.

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