Wahrheit, Dichtung und Mythos
Ein Sachbuch von Werner Hoch
(erzählendes Sachbuch)
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Manuskript im Word-Format
Angebotstext
es gibt sehr viele Versuche, die Bibel zu popularisieren, obwohl die Bibel das populärste Buch ist, bemessen an seiner Verbreitung. Freilich, sie will nicht nur eben gelesen, sondern nicht nur verstanden, vielmehr vor allem nahegebracht sein.
Oft wird sie nur deshalb abgelehnt, so Werner Hoch in seinem Vorwort, weil viele nicht so recht glauben können, was da erzählt wird. Als Basis einer Glaubenslehre ist die Heilige Schrift natürlich tendenziös. Doch das Alte wie auch das Neue Testament berichten über Ereignisse der damaligen Zeit. Das heißt, wir haben es auch mit einem Geschichtsbuch zu tun. Zahlreiche Ereignisse, die in der Bibel erwähnt werden, sind von der Forschung bestätigt oder widerlegt worden. Auch die göttlichen Wunder wurden unter die Lupe genommen. Einige sind noch immer unerklärlich, andere fanden eine natürliche Erklärung. Wir dürfen uns eben nicht daran stören, daß alle Erzählungen in der Heiligen Schrift religiös ausgeschmückt wurden.
Darüber hinaus mag der altertümliche Stil viele daran hindern, die Bibel in die Hand zu nehmen. Aber das größte Hindernis im Buch der Bücher zu lesen, dürfte die Schwierigkeit sein, sich zu orientieren. Für die Chronisten war es wichtig, die Ereignisse, die als bekannt vorausgesetzt wurden, mit dem Schöpfer in Verbindung zu bringen. Und dabei haben sie sich häufig nicht an den zeitlichen Ablauf der Geschehnisse gehalten. Sie interpretierten die Vorkommnisse so, wie sie es für richtig hielten, um den Willen und das Wirken Gottes zu offenbaren. Doch haben inzwischen Forscher verschiedener Disziplinen nachweisen können, daß sich die Schreiber dabei nicht immer an die Tatsachen hielten.
In der Bibel gibt es zahlreiche Widersprüche. Das hat unter anderem seinen Grund darin, daß die Berichte von mehreren Autoren geschrieben und später zu einer einzigen Geschichte zusammengefaßt wurden. So haben die fünf Bücher Mose mit Sicherheit mehrere Verfasser - wie übrigens die meisten Bücher in der Bibel. Daher mußte es zwangsläufig zu den Widersprüchen kommen, zumal auch die jeweiligen Autoren zu verschiedenen Zeiten lebten. Einige von ihnen lebten sogar Jahrhunderte später. Die älteren Schriften wurden den Jahwisten, die jüngeren den Priesterschriften zugeordnet. Letztere entstanden Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. in der Babylonischen Gefangenschaft, die älteren bereits im 10. Jahrhundert vor dem Beginn unserer Zeitrechnung. Diese Berichte wurden später verbunden und im Kanon zusammengefaßt. Daraus ergaben sich dann die manchmal voneinander abweichenden Darstellungen.
Es existieren noch andere religiöse Schriften, die allerdings nicht in den Kanon aufgenommen wurden. Dazu werden vor allem die Apokryphen gezählt. Sie fanden keinen Eingang in die Heilige Schrift, weil sie von den Kirchenvätern als Irrlehren abgelehnt wurden, obwohl die Geschichten die gleichen Ereignisse behandeln, die in der Bibel zu finden sind. Doch enthalten die Apokryphen häufig weitergehende Angaben zu den Erzählungen im Alten und Neuen Testament, wodurch die manchmal dunklen Angaben in den biblischen Geschichten erhellt werden.
Um die in der Bibel geschilderten Vorgänge besser zu verstehen, werden zu den Vorkommnissen auch die Hintergründe betrachtet. Sie zeigen uns die Entwicklung, die zu bestimmten Ereignissen führten. Denn die Israeliten hatten sich in einem Gebiet niedergelassen, das schon früh, bedingt durch die geographische Lage, zum Brennpunkt der Ereignisse im Nahen Osten wurde.
Die Darstellungen halten sich an die Abfolge der Geschichten in der Bibel. Doch werden noch andere schriftliche Zeugnisse, wie zum Beispiel die Apokryphen, herangezogen.
Das erste Kapitel behandelt also die Erschaffung der Welt und was bis zur Sintflut geschah. So wurde unter anderem der Mensch zweimal erschaffen. Danach folgen die Ereignisse nach der Sintflut. Um die Handlungen im Alten Testament besser zu verstehen, werden auch die damaligen Sitten beleuchtet.
Ein zentrales Thema ist der Auszug der Kinder Israels aus Ägypten. Es wird versucht, den Weg der Flüchtlinge zu verfolgen, wobei auch die Wunder untersucht werden, die Mose vollbrachte.
Die Einnahme des Gelobten Landes verlief anders als in der Bibel beschrieben. Auch die Vereinigung der Stämme unter David zu einem Volk konnte nicht von Dauer sein. Warum es dazu kommen mußte, wird aufgezeigt.
Es wird auch auf die geschichtlichen Hintergründe eingegangen, wie zum Beispiel beim Aufstand der Makkabäer. Und es war nicht Jesus von Nazaret, dem die Welt eine neue Religion zu verdanken hat, sondern es waren die Apostel, ohne deren Wirken die christliche Lehre nie die weite Verbreitung gefunden hätte.
Um das Bild abzurunden, werden noch die Jüdischen Kriege behandelt, obwohl sie in der Heiligen Schrift nicht erwähnt werden. Aber sie gehören zu Geschichte des jüdischen Volkes.
Ich erinnere mich, wie ich Werner Kellers Bestseller Und die Bibel hat doch recht verschlungen habe.
Werner Hoch hat einen ganz anderen Ansatz: ihm geht es um die geschichtliche Transparenz des ersten Geschichtsbuches schlechthin. Das ist durchaus doppeldeutig gemeint, denn ein Geschichtsbuch ist immer auch ein Geschichten-Buch.
Diese erzählerische aktuelle Ausleuchtung des Stoffes hat mich gleich nach der Lektüre des Manuskriptes überzeugt, wobei die einfache klare Sprache einen besonders großen Anteil daran hat, ist sie doch die beste Voraussetzung dafür, den vielen Ungereimtheiten der Bibel, die Werner Hoch sich nicht auszusprechen scheut, durch argumentative Unklarheiten nicht noch weitere hinzuzufügen.
Eingenommen hat mich vor allen Dingen auch, wie spannend Werner Hoch die biblischen Geschichten zu vermitteln weiß, wobei er den historischen Hintergrund äußerst geschickt integriert.
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