Ein Roman von Jochen Neuhaus
(Unterhaltungsliteratur)
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Manuskript im Word-Format
Angebotstext
Zwei einander fremde Reisende lernen sich durch einen Zugunfall kennen, bei dem niemand im Abteil ernsthaft zu Schaden kommt. Der eine von ihnen, ein hochkarätiger Bankmanager, ist durch das unerwartete Ereignis übermäßig erschrocken. Wie um sich bei seinem Gegenüber zu entschuldigen, beginnt er eine lange Erzählung, die der Andere als fiktives Ich mit wenigen Kommentaren und eigenen Erinnerungen wiedergibt.
Der Banker war bedroht worden und wollte einer vielleicht gefährlichen Auseinandersetzung aus dem Wege gehen und machte sich auf eine Wanderung ohne Ziel. Unterwegs trifft er auf ein junges Mädchen, einem Gegenstück zu sich selbst, auf der Flucht wie er selbst. Trotz erheblicher Bedenken ziehen sie von nun an gemeinsam durch die Lande und binden sich – allerdings ohne eine sexuelle Beziehung zu beginnen – schicksalhaft aneinander.
Nach dem formalen Muster eines Märchens begegnen ihnen ein Hund, ein schwer behinderter Mann und dessen Mutter sowie ein schwarzer Mann, denen sie helfen. Über allerlei auch gefährlichen Abenteuern geraten sie schließlich an einen Punkt, an dem sie sich – wieder in einem Zug – von einem Teil der Freunde über das Internet begleitet, in ein tollkühnes Unternehmen einlassen, das sie unbeschadet zu Ende führen können.
Auf der Rückwanderung zu ihren Freunden trennen sich die beiden nach einem längeren gemeinsamen Weg. Der Finanzmann begegnet auf seiner Reise einer sonderlichen Gruppe von Outlaws, unter ihnen einer Frau, die dieser Gruppe wegen ihren Beruf und ein gesichertes Leben aufgegeben hat. Sie ist – wieder ähnlich wie im Märchen – die weise Frau, der er sein Schicksal vorträgt, durch deren Hilfe ihm die wahren Gründe für seine Flucht bewusst werden und eine innere Reinigung und Wandlung ermöglicht wird.
Trotzdem gelingt es dem Banker noch nicht, bei sich anzukommen. Als er sich wie verabredet wieder mit dem Mädchen bei den Freunden trifft, stürzt die Beziehung zwischen dem Mädchen und ihm immer tiefer in eine böse Spannung, die sich in einem schweren Unglück entlädt, das ihm aber die Augen öffnet über seine und des Mädchens Identität.
Florian Oppermann, ein hochkarätiger Banker, der aufgrund massiven Mobbings gegen seine eigene Person eines Tages sich entscheidet, aus der Welt der Reichen und Mächtigen auszusteigen bringt der Zufall mit der zwölfjährigen Ute, die vorgibt vierzehn zu sein, zusammen. Neuhaus gelingt es, das schwierige Gelände einer zum Scheitern verurteilten skandalösen Liebesgeschichte zwischen dem Alten und dem Mädchen zu überwinden, indem er Oppermann eindeutig sich dagegen entscheiden lässt, so sehr hier auch gelegentlich Lolita–Anklänge auftauchen und Oppermann flirrende Sekundenbruchteile lang nicht nur in Versuchung, sondern auch in Gefahr geraten zu scheint.
Die ambivalenten emotionalen Gefühlsaufwerfungen beherrscht Jochen Neuhaus erstaunlich sicher, aber auch hier bricht in die harte Welt des Kommerzes das zarte Gespinst einer Märchenwelt ein, um es so widersprüchlich ins Bild zu setzen, wie Jochen Neuhaus es offensichtlich gesetzt hat: Ihm geht es um die Konfrontation zwischen Kalkül und Märchenharfe. Diese Inszenierung ist ihm jedenfalls nachdrücklich gelungen.
Zum Autor:
Geboren am 9. April 1944. Studium der Evangelischen Theologie, Pädagogik und Philosophie. Lehrer an verschiedenen Gymnasien. Diverse Lyrik– und Prosaveröffentlichungen.
Jochen Neuhaus lebt heute als freier Autor in Minden.
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