Ein Roman von Annemarie Schelm

(Unterhaltungsliteratur)

Anschläge inklusive Leerzeichen: 536.026
Manuskript im Word-Format

Angebotstext

Ort der Romanhandlung ist die fiktive Stadt Vorsleben. Eine junge Stadt. Ein übermächtiger Arbeitgeber bestimmt den Lebensrhythmus der Menschen: der Automobilkonzern VKF (Vorslebenerr Kraftfahrzeugfabrikation).
Auch wer nicht direkt von VKF abhängig ist, ist doch vom Wohl und Wehe des Konzerns betroffen, so zum Beispiel Claus–Manfred Koltzan, ein mittelständischer Unternehmer. Er plant, seinen Betrieb in Vorsleben aufzugeben, als VKF in eine schwere Krise gerät und Kurzarbeit anmelden muss. Koltzan sieht für sich und seine Firma, ein Reinigungsunternehmen, keine Perspektive mehr.

Hans–Günther Kück dagegen, ein kleiner Sachbearbeiter bei VKF, ist der Krise wehrlos ausgeliefert. Zunächst muss er seine Hoffnungen auf einen Karrieresprung begraben, nun fürchtet er gar die Rückstufung. Der für ihn zuständige Betriebsrat, ein Funktionär der GMV (Gewerkschaft Metallverarbeitung), signalisiert ihm, dass er für Trittbrettfahrer wie Kück nicht auch nur einen Finger rühren wolle. Gleichzeitig bricht in der Familie Kück ein offener Konflikt aus. Frustriert und gestresst durch die unbefriedigende Situation am Arbeitsplatz, verliert Kück bei einer Auseinandersetzung mit seiner Frau Ingrid die Kontrolle und schlägt auf sie ein. Seine beiden Töchter, Angi und Katja, erleben mit, wie ihr Vater, der eigentlich ein sanfter und verständnisvoller Mensch ist, kurzzeitig zu einem Ungeheuer wird. Ingrid Kück jedoch sieht sich in der Annahme bestätigt, dass ihre Ehe mit „dem Kück“ von Anfang an ein Fehler gewesen ist. Dennoch verlässt sie ihn nicht, weil sie den Sprung ins Ungewisse und die Häme der Verwandtschaft fürchtet.

Die Gewalt, die in der Familie Koltzan stattfindet, ist von weitaus subtilerer Natur. Stephanie Koltzan ist für ihren Mann nicht mehr und nicht weniger als ein Stück Innendekoration, das er nach Lust und Laune demütigen kann. Auch ihr fehlen die Kraft und der Mut, um einen Ausbruch zu wagen. Eigentlich bleibt sie bei Koltzan nur, um ihren Sohn Claus–Markus vor seinem Vater zu schützen, der ihn nach Stephanies Ansicht durch seine offen zur Schau getragene Verachtung in eine ausweglose Lage treibt. Claus–Markus ist nicht der Sohn, den sein Vater sich wünscht. Er leistet nichts, er wächst nur.

Eines Samstagabends lädt Claus–Markus Koltzan unter hohen Auflagen seines Vaters die ganze Klasse zu einer Fete im elterlichen Partykeller ein. Zur gleichen Zeit ist das Ehepaar Koltzan zu Gast bei Dr. Windisch, ihrem Nachbarn, einem Hauptabteilungsleiter bei VKF.

Ingrid und Hans–Günther Kück nehmen an der House–Warming–Party eines Kollegen teil, nachdem sie ihre Tochter Katja bei den Koltzans abgesetzt haben. Katja und Claus–Markus gehen in dieselbe Klasse. Die Fete der Jugendlichen läuft aus dem Ruder. Die Eltern Koltzan, die sich im Nachbarhaus befinden, bekommen davon nichts mit, stattdessen erleben sie, wie ihr Gastgeber von seinem Vorgesetzten, der auch eingeladen ist, kalt lächelnd demontiert wird. Als die Kücks nach einer ebenfalls turbulent verlaufenen Party bei den Koltzans vorfahren, um ihre Tochter abzuholen, finden sie Katja allein im Haus vor. Alle anderen haben das Weite gesucht, nachdem Claus–Markus mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus gebracht worden ist.

Drei Wochen später hat sich die Situation der Kücks durch die Ereignisse jener Samstagnacht verbessert: Die Erschütterung hat verkrustete Strukturen aufgebrochen.
Die Familie Koltzan dagegen zerbricht.

Annemarie Schelms messerscharfer lakonischer Blick hinter die Oberfläche zweier Familien ist eine hochkonzentrierte Lösung, die in einem Fall Fassaden einreißt, wo man vorher tragende Säulen glaubte, im anderen Fall jedoch Bruchstücke der Desillusion zu einem tragfähigen Neuaufbau einsetzen.

Ein spannendes Drama zweier gegenläufiger Familienschicksale unter dem Diktat eines übermächtigen Arbeitgebers!

Zur Autorin:Geboren 1950 in Einbeck/Niedersachsen. Von1974 bis 1995 als Lehrerin in Wolfsburg.
Seit 1980 schriftstellerische Tätigkeit.
1992 gemeinsames Romanprojekt mit der zehnten Klasse der Porsche–Realschule in Wolfsburg, bei dem die Schüler die Handlung erfanden und sie anschließend unter Annemarie Schelms Koordination aufzeichneten. Das fertige Manuskript wurde im Beltz Verlag unter dem Titel Was ist denn schon dabei? veröffentlicht.
1995 schied Annemarie Schelm aus gesundheitlichen Gründen aus dem Schuldienst aus. Anschließend entstand ein Reisetagebuch, das kritisch eine sechswöchige Reise durch Kalifornien reflektiert.
Annemarie Schelm lebt in Wolfsburg.

          Zum Autorenprofil