Ein Roman von Florian Pfeffel

(Unterhaltungsliteratur)

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Manuskript im Word-Format

Angebotstext

Die Straßenbahn ruckte, fuhr wieder an. Leute suchten Gleichgewicht. Reflexe in Richtung Haltegriff. Der formschöne, graue, glatte Kunststoffspritzguss, der der Zivilisation Halt und Sicherheit gab. Dazu schwere, feuchte Luft, die sich wie ein Mantel über Christian legte. Nur nicht bewegen. Nur dastehen. Funktionieren. Graue Scheiben. Graue Schirme.
 Irgendetwas stimmte mit dieser Zivilisation nicht, dachte Christian. 24 Stunden gibt’s pro Tag. Telefon. Internetzeitalter. Und trotzdem quälte sich der Menschenbrei auf Straße und Schiene morgens rein und spät nachmittags raus. Ist das die letzte Antwort unserer Gesellschaft?

Bis zum Vertriebsleiter war der schlaksige Christian erfolgreich aufgestiegen. Darauf konnte er stolz sein. Aber war er das? Verursachte nicht vielmehr die allmorgendliche Anzugswahl zwischen mausgrau, fahlgrau, aschgrau und steingrau einen Stich in seinem Herz?

Dass dein Selbst in der Handlung sei, wie die Mutter im Kinde ist, das sei mir euer Wort von Tugend! Mit diesem Vorsatz brechen die drei Freunde Christian, Leon und Gerry getrennt auf. Nicht um das Fürchten zu lehren, um aus dem rasenden Stillstand ihrer Karriere auszubrechen.

Leon, der Don Johnson unter den Freunden, ging in der Werbewelt ein und aus. Freiraum, Kreativität, Provokation. Als er seine zukünftige Frau kennenlernte, schien eitel Sonnenschein einzukehren. Doch die flippige Schweizerin, bei der sich Leon anfangs gefragt hatte, ob sie überhaupt der gesuchte ruhende Pol in seinem Leben werden könne, schien sich schnell mit ihrer neuen Rolle als Haus– und Ehefrau zu arrangieren. Zu schnell, wie Leon meinte.

Gerry, blond und blauäugig, hatte seine Kindheit als gehänselter Außenseiter mit Glasbausteinbrille hinter sich gelassen. An der Uni war er plötzlich die Nummer Eins. Und seitdem definierte er persönliches Glück immer und ausschließlich mit Erfolg. Und den hatte er: Ausland, Karriere, Frau aus gehobenen Kreisen, eine süße Tochter. Der Stolz aller Eltern und Schwiegereltern. Was wollte man mehr? Tja, was wollte man mehr? Diese einfache Frage konnte existenziell werden, wenn man sich am Ziel wähnte und doch nichts als Leere verspürte.

Mit Träumen waren sie gestartet, und am Ende landeten sie unsanft in der Realität.
Die suche nach Freiraum und Abwechslung gerät bei Christian zu einem trostlosen Unterfangen. Sein Idealismus steht am Scheideweg.

Leons Mut auch. Er will zwar partout nicht in die Rolle schlüpfen, die Ehefrau und Umfeld von ihm kurz vor der magischen Vierzig erwarten, aber ein paralleles Leben außerhalb der sogenannten Normalität ist ihm dann doch zu stressig. Leider ist Second Life nur virtuell möglich. Da gibt er lieber seine Ideale gleich ganz auf.

Und Gerry? Ihm gelingt es einfach nicht, seiner inneren Leere Herr zu werden, und immer öfter fragt er sich, nachdem sie sich jahrelang nicht gesehen haben, ob es Christian und Leon genauso geht.

Als sich alle Drei endlich zu einem Treffen verabreden, fiebern Christian und Leon dem Wiedersehen entgegen. Doch einer fehlt. Gerry hat die Reißleine gezogen …
Sein mahnmalhafter Tod verändert ihr Leben entscheidend, und es scheint, als wenn erst sein Opfer ihrem Leben den für ihn verlorenen Sinn wiederfinden ließ …

Selten hat man einen Roman gelesen, der auf so intelligente und lebendige Weise Unterhaltung mit Tiefgang zu verbinden weiß!

Zum Autor:
Geboren 1971 in Frankfurt am Main. Nach dem Abschluss des Studiums an der Technischen Universität Darmstadt als Diplom–Wirtschaftsingenieur Beratungstätigkeit als Projektleiter bei McKinsey & Company Düsseldorf.
Promotion am St. Augustine College (Catholic University of South Africa) zum Doctor of Philosophy.
Seit 2006 freiberufliche Dozenten– und Beratungstätigkeit an der FH Bad Homburg.

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