Ein Roman von Ret M. Brede
(Spannungsliteratur)
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Manuskript im Word-Format
Angebotstext
Dubrovnik, Sommer 1999: Andy, abgebrochener Student aus Neu–Isenburg, fühlt sich als Aussteiger und lebt in einer Gemeinde von Hippies und Rucksacktouristen. Als eines Tages seine Kusine Nadja, die er elf Jahre lang nicht gesehen hat, auftaucht, ahnt er nicht, daß sein ruhiges Leben unwiederbringlich zu Ende gegangen ist. Sie ist verwirrt, fühlt sich verfolgt und redet unzusammenhängend; doch als sie ihn darum bittet, mit ihr nach Paris zu fahren, läßt er sich ohne zu zögern darauf ein. Ohne es zu wissen, ist er ihr bereits verfallen.
In den ersten Stunden ihrer Fahrt erfährt er nicht viel mehr von ihr, als daß sie in Paris ein neues Leben als Model angefangen hat, daß sie Buddhistin ist und sich verheiratet hat. Erst später nennt sie ihm den Grund für ihre Verfolgungsängste: sie war mit Yves, ihrem Mann, einem Presseattaché, auf dem Weg in die Flitterwochen in Griechenland unterwegs, wo er von einem befreundeten belgischen Beamten zu einem Abstecher nach Albanien eingeladen wurde. In Tirana war er nach einem mysteriösen Anschlag auf ihr Auto urplötzlich verschwunden. Sie schlug sich allein nach Dubrovnik durch, in der Ahnung, daß ihr Mann ihr etwas verheimlicht hatte und daß die Unbekannten sie von jetzt an nicht mehr in Ruhe lassen würden …
Andy nimmt ihre Worte zuerst nicht ernst, zumal seine alten Gefühle für sie wieder aufleben. Ohne es zu wollen, finden sie sich plötzlich wieder ins Jahr 1988 zurückversetzt; damals hatte er sie in der DDR besucht, worauf sich eine Liebe zwischen ihnen zu entwickeln begann, die wegen der Mauer nicht möglich war. Auf ihrer Überfahrt von Split nach Ancona sind sie einige Stunden lang beinahe glücklich, es sind flüchtige Stunden in Motels und auf Autobahnen. Er spürt bereits, daß eine dunkle Energie sie umgibt, die er nicht erfassen kann. Aber obwohl er sich davor fürchtet, schläft er mit ihr.
Die Geschichte wird immer undurchschaubarer: sie weigert sich, zur Polizei zu gehen, sie will der Sache allein auf den Grund gehen; Yves scheint ein Konto bei einer spanischen Bank in Rom zu besitzen, das für Schwarzgelder bestimmt war. Sie schlägt Andy vor, sie bis nach Rom zu begleiten und ihr zu helfen, das Geld abzuheben. Doch in einer der folgenden Nächte, als die Angst sie wieder aus dem Hotel treibt, muß Andy hilflos zusehen, wie sie in einem Autounfall ums Leben kommt.
Er fährt allein nach Rom, sie hat ihm nur den Wagen und die Adresse der Bank zurückgelassen. In Rom verfällt er einige Tage lang in eine Depression; er will nicht an ihren Tod glauben. Außerdem scheint der Schatten ihres Ehemannes immer noch über ihm zu liegen. Er findet Hotelreservierungen auf Yves' Namen und wird mit ihm verwechselt. Die Verfolger, die Nadjas Tod verschuldet haben, observieren ihn, aber weichen der direkten Konfrontation aus. Als schließlich in einer regnerischen Nacht ein Freund verschwindet, dem er sich anvertraut hatte, entschließt er sich, zurück nach Deutschland zu fahren.
Aber er gerät immer tiefer in einen schier ausweglosen Alptraum. In einem Motel, kurz vor Florenz, kidnappt ihn ein Südamerikaner: Ezequiel Zamora, ein Söldner, ein halbwahnsinniger Waffennarr, ein Charmeur im Tigerfellmantel, der Mentholpastillen lutscht. Sein Entführer zwingt ihn, zurück nach Rom zu fahren und das Schließfach zu öffnen. Sie finden 1,1 Millionen Dollar in bar … Damit beginnt ein Road–movie durch die Hölle: entlang der Küste von Rapallo über Nizza bis zur spanischen Grenze, gehetzt von unbekannten Verfolgern, in einer Spirale aus Luxussuiten, Alkohol, Drohungen und Ezequiels und Andys immer stärker werdenden Halluzinationen. Und trotzdem scheint es so, als beschütze ihn seine Kusine immer noch mit ihrer dunklen Aura … Allmählich merkt Andy, daß Ezequiel mehr über Nadjas Leben in Paris weiß, als er zugibt, und es entsteht eine Art Waffenbrüderschaft: auch Ezequiel verband einmal eine Affäre zu ihr.
Niemand weiß, wer ihre Verfolger wirklich sind, das kolumbianische Drogenkartell, das Ezequiel auf den vermeintlichen Yves angesetzt hat, für den Andy gehalten wird, oder eine andere unbekannte Macht. Allmählich schält sich immer deutlicher heraus, daß Nadja ein Doppelleben geführt hat – eines als Nadja und eines als Model „Estelle“, die als femme fatale sogar bei den Drogenbaronen von Bogotá Respekt genoß.
Als die beiden Männer an der französischen Grenze nur knapp einem Überfall entkommen, beginnt sich in Ezequiels Kopf die Einsicht festzusetzen, daß Nadja bei dem Unfall in Italien gar nicht ums Leben gekommen ist. Sie fahren weiter, zu Yves' alter Villa in den Pyrenäen; dort scheint sich ihre Existenz tatsächlich noch einmal zu materialisieren, sie sendet Zeichen, daß sie bald kommen wird. Ezequiel wartet auf sie; doch 24 Stunden später ist er tot, von Unbekannten ermordet. Auch diesmal scheint die Verwechslung mit Yves Andy das Leben gerettet zu haben; nach alldem hat Andy nur noch ein Ziel: Nadja wiederzusehen.
Auf einen Tip Ezequiels hin fährt er nach Südspanien. In Malagá helfen ihm Rosy Spazzo, ein Russe aus Jalta, und seine blinde japanische Geliebte weiter. Rosy begleitet ihn auf eine Luxusyacht vor Gibraltar, wo angeblich auch „Estelle“ erwartet wird. In einer Techno–Party verwirren sich noch einmal alle Fäden: sie erscheint kurz wie eine Halluzination, die amerikanische Drogue Enforcement Agency kommt ins Spiel, und Andy wird zum zweiten Mal von Unbekannten gekidnappt.
Das Drogenkartell, das schon Ezequiel auf ihn angesetzt hatte, verschleppt ihn in die Wüste Nordafrikas. Man hält ihn immer noch für Yves und versucht ihn unter Druck zu setzen: er soll als Hintermann des Kartells mit den Regierungen in Brüssel und Paris verhandeln. Doch ihm gelingt die Flucht; einige Tage lang irrt er durch die Wüste, seine Wanderung treibt ihn immer weiter an die Grenze des Nichts und fast darüber hinaus.
Ihm bleibt nur noch eins: nach Paris zu gehen und die wahre Identität seiner Kusine herauszufinden. Mit seinen letzten Mitteln gelangt er nach Paris; doch dort vergehen die Tage, ohne daß er einen Beweis dafür finden würde, daß sie noch am Leben ist. Erst als er den wahren Yves findet, wendet sich das Schicksal, und das Rätsel um „Estelle“ beginnt sich aufzulösen. Schließlich müssen sie beide der schmerzlichen Wahrheit ins Gesicht sehen, daß „Estelle“ sie die ganze Zeit für ihre Zwecke manipuliert hat. Mithilfe von Yves hat sie sich in den Besitz von einer Millionen Dollar aus einem europäischen Agrarfond gebracht; Andy dagegen diente ihr nur als Geldkurier, er war nur ein Schachzug auf einem viel größeren Aktionsfeld, in dem sie sich gegen das Drogenkartell durchgesetzt hat.
Als Andy mit Hilfe eines österreichischen Schwimmlehrers aus dem Ritz auf ihre Spur kommt, überstürzen sich die Ereignisse. „Estelle“ lebt wirklich, und in einem großen Showdown im Herzen von Paris stellt sie alle ihre Fähigkeiten unter Beweis: sie ist „Buddhas Tochter“, eine wiedergeborene Mata Hari, Terroristin und Konteragentin …
In diesem atemlos spannenden, thrillerhaften Roman herrscht ein sachlicher Erzählton vor, der mit lyrischen Passagen Andys Erinnerungen an Nadja einleitet, gleichwohl die Sprache immer wieder ironisch gebrochen wird, dabei oft von grotesken Details durchzogen, mit deren Schärfe auch die Darstellung von Gewalt einen übersteigernden Effekt behält. Die Sprache der 90er Jahre (glatt, beschleunigt & besessen von Songtexten und Markennamen) ist zwar immer elementar, doch wird sie eingefaßt von buddhistischen, metaphysischen oder surrealen Wortfeldern.
Mit Buddhas Tochter liegt der fulminante Versuch vor, die Welt des kapitalistischen Realismus mit einem als sozialistisch–anarchischer Groteske gezeichneten Buddhismus zu verbinden. Das Ergebnis ist eine atemlos explosive Mischung.
Zum Autor:
Geboren am 2.12.1975 in Frankfurt. Ab 1994 in Berlin. Abgebrochenes Studium der Germanistik. Verschiedene Tätigkeiten: Kellner, Verkäufer, Briefsortierer, Tankstellenwart, Kongfu-Lehrer. Ab 1996 in Paris. Reisen nach Mexiko, USA, Thailand, Südafrika. Heute abwechselnd in Murcia (Spanien) und Paris. U.a. Tätigkeiten als Fotograf und Barkeeper.
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