Ein Roman von Anika Limbach

(Literatur)

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Angebotstext

Der Roman Nachtasyl wird von einer Liebesgeschichte umspannt.
Das zu Beginn eher kollegiale Verhältnis zwischen den Schauspielschülern Gregor und Sophia entwickelt sich immer mehr zu einer intensiven Freundschaft, aus der wiederum – allmählich und beinah unmerklich – eine gegenseitige Liebe entsteht. Gregor wird sich dessen erst bewusst, als Sophia durch ein gewagtes Experiment ungewollt in den Sog eines Obdachlosenmilieus gerät, dem sie sich als verdeckt Recherchierende annähern wollte. Er ahnt, in welcher Gefahr sie schwebt, und begibt sich auf die Suche, während seine Gefühlswelt und sein Bild von sich selbst zunehmend aus den Fugen geraten.
Beide Protagonisten wagen es nicht, ihre Liebe tatsächlich zu leben, doch durchlaufen sie einen Entwicklungsprozess, aus dem sie, um viele wichtige und auch schmerzliche Erfahrungen reicher, innerlich gestärkt hervorgehen.

Gregor, der Ich–Erzähler, trifft durch seine Kommilitonin auf viele seiner versteckten Vorurteile und Ängste. Allein die Hautkrankheit, die ihr Gesicht nahezu entstellt, berührt ihn unangenehm und fordert sein ästhetisches Empfinden heraus, das auch Teil der sie umgebenden, auf Äußerlichkeiten bedachten Theater – und Filmwelt ist. Gleichzeitig lebt Sophia ihm etwas vor, das er selbst vermisst, ohne es zu wissen. Trotz ihrer Schüchternheit vermag sie sich mit Leib und Seele in etwas hineinzuversetzen.
Im Zuge ihres Zwischendiploms, das in der intensiven Erarbeitung von Gorkis Theaterstück Nachtasyl besteht, setzen sich beide auch mit der heutigen Obdachlosigkeit auseinander. Sophia widmet sich dieser Aufgabe mit solchem Übereifer, dass auch Gregor sie von dem gewagten Experiment nicht abhalten kann. Mit dem Wunsch, das Leben der Betroffenen aus unmittelbarer Nähe kennen zu lernen, fährt sie nach Hamburg und gibt sich dort als Obdachlose aus. Durch eine Reihe von Missgeschicken reißt der Faden zu ihrer bisherigen Umwelt plötzlich ab und für eine gewisse Zeit ist sie tatsächlich dem Straßenmilieu ausgesetzt. Neben den bitteren Erfahrungen von Kälte, Hunger und gesellschaftlicher Ächtung erlebt sie unter ihren Leidensgenossen auch Solidarität und menschliche Zuwendung. Ihre Situation bleibt jedoch prekär. Sie wäre durchaus in der Lage, diese zu beenden, würden nicht ihre hervorbrechenden depressiven Schübe sie davon abhalten. Erst als sie, durch einen Zuhälter in ein zwielichtiges Lokal gelockt, beinah vergewaltigt wird, erwacht ihr Lebenswille. Eine selten verspürte, innere Kraft verhilft ihr endlich zur Flucht.
Schon lange vorher ahnt Gregor, in welchen Schwierigkeiten sie steckt. Indem er in Hamburg nach ihr sucht, wird ihm schließlich bewusst, dass er sie liebt. Noch unfähig, die Beziehung zu seiner Freundin Natalie aufzugeben, gerät seine Gefühlswelt durcheinander. Seine Suche hat er indessen fast aufgegeben, als er endlich, eher durch Zufall, auf Sophia stößt. Sie kommen an diesem Tag einander sehr nahe, und dennoch hält eine seltsame Scheu sie davon ab, sich ihre gegenseitige Liebe zu offenbaren. Sie glauben, es bliebe ihnen, nach der intensiven Probenzeit von Nachtasyl, dafür noch viel Zeit. Doch Natalie wird ungewollt schwanger, und Gregor bringt es nicht übers Herz, sie zu verlassen. Schon glaubt er, sich wieder für seine Beziehung und damit für das Kind entschieden zu haben, als es zu einer Frühgeburt kommt, die ihn in ein erneutes Gefühlschaos stürzt. Die bereits entstandene Kluft zu Sophia kann er nun nicht mehr überbrücken.
Zehn Jahre später trifft Gregor wieder auf Sophia. Sie verabreden sich.
Die letzte Chance?

Eine bezaubernd melancholische Geschichte über eine knapp verfehlte Liebe, die das Leben am Schluss doch noch einholt.
Anika Limbach ist eine großartige Entdeckung und eine Erzählerin mit glänzenden Erfolgsaussichten!

Zur Autorin:Geboren 18.11.1967 in Bad Homburg. Studium der Soziologie, Philosophie und Politik in Heidelberg. Anschließend Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Zusätzliche Ausbildung bei Dominic de Fazio, einem international bekannten Schauspiellehrer. Danach zahlreiche Auftritte an diversen Theatern. Ab 1996 als Schauspiellehrerin und ab 1999 als Regisseurin tätig. Seit 2002 widmet sich Anika Limbach hauptsächlich dem Schreiben.

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