Ein Roman von Herbert Kollenz

(Literatur)

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wie aus heiterem Himmel steht Renate, die Jugendliebe des Schreinermeisters Hans Heger, nach dreißig Jahren vor seiner Tür.
Ausgerechnet an seinem fünfzigsten Geburtstag.

Eigentlich wollte sie gar nichts von ihm, nur vorbeischauen und sehen, wie es ihm so geht.
Doch das Wiedersehen schlägt wie ein Blitz bei beiden ein.
Aus der Liebe ihrer Jugend ist zwar nichts geworden, doch nun glauben sie angesichts der Enttäuschungen in ihren überlebten Beziehungen an eine schicksalhafte Bestimmung.

Renate hat beruflich Karriere gemacht und arbeitet in Norwegen als Lungenfachärztin in einer Klinik. Beide glaubten bisher, mit ihrer bürgerlichen Existenzsicherung auch einen Pakt mit der Wiederkehr des ewiggleichen Lebensalltags abgeschlossen zu haben, der geistige Höhenflüge und Sehnsüchte nach romantischer Erfüllung verbietet.

Das alles wollen sie aufs Spiel setzen und verabreden sich für ein paar gemeinsame Tage in Mailand.
Im verlockenden Süden steigern sie sich in eine amour fou hinein, steigern sich hinein in eine an den Wahnsinn grenzende Liebe.
Es ist ein Blausäurebad des Herzens, das sie erleben.

Die Liebe und das Leben. Kann es etwas Schwierigeres geben?
Schon bald erkennen sie, dass die Auferstehung der romantischen Sehnsüchte aus Jugendtagen im Alter zum Absturz verdammt ist.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass bei ihnen nicht das schmalste Fundament existiert, auf dem eine gemeinsame Zukunft aufgebaut werden könnte.
Der Mörtel der Gegenwart, das Gemisch zum Verbinden einer tragfähigen Liebe, ist zum Verputzen einer gescheiterten Illusion verkommen.
Die Zukunft ihrer Wünsche haben sich unhaltbar auseinanderdividiert und kehren zu dem kleinsten gemeinsamen Nenner zurück: zur verhassten Lebensalltagsroutine.

Ein sinnlich desillusionierender Liebesroman von hohem literarischen Anspruch.

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