Ein Roman von Hedwig Herrath Beckmann

(Lebenserinnerungen)

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Manuskript im Word-Format

Angebotstext

gegen Ende des Hitlerkrieges, wird die mit Hedwig schwangere Mutter von drei Kindern, von ihrem Mann im Stich gelassen.
Hedwig wird hineingeboren in eine von Armut und Suchtverhalten geprägte Umgebung.
Die Mutter schlägt sich mit vier Kindern durch, verstrickt sich in mehrere Liebschaften und bleibt an einem brutalen fünfzehn Jahre jüngeren Mann hängen, von dem sie gerade durch die Brutalität, sexuell abhängig wird.
Durch die mißbrauchte Amtsmacht eines nicht erhörten Verehrers, werden alle vier Kinder von der Mutter getrennt. Während die drei Ältesten gemeinsam auf einem Bauernhof als billige Arbeitskräfte gehalten werden, durchwandert Hedwig mehrere Stationen allein, nie wissend was mit ihr geschieht.
Im einem von katholischen Nonnen geführten Waisenhaus, bekommt sie nicht zuletzt wegen der schlechten Kost, Eßstörungen, und wird zur Adoption freigegeben, auf einem Bauernhof untergebracht. Erschreckt durch seltsame sexuelle Praktiken der Hofbesitzer und des Knechtes und sonstiger Unarten, überfällt sie tiefe Traurigkeit.
Wieder kommt sie ins Waisenhaus, wo sie aufs schwerste von Nonnen mißhandelt wird, so daß sie verstummt und zur Taubstummenschule gehen muß.
Zu allem Unglück wird ihre einzige Freundin, ein Mischlingskind, adoptiert, wieder heißt es Abschied nehmen. Jede Trennung bedeutet für Hedwig Höllenqualen.
Auch die Nonnen des Waisenhauses leben ihre Sexualität, obwohl sie nicht müde werden, es vor den Kindern als Todsünde zu verteufeln. Dieses widersprüchliche Verhalten, das sich auf viele Bereiche bezieht, verwirrt die sensible Hedwig total.
Ein einziger liebevoller Blick der Nonne Vincentin, die einzige unter den Ordensschwestern, die ihr offen und mit Verständnis begegnet, öffnet ihr wieder die Stimme zur Welt, läßt sie wieder zur Sprache zurückfinden.

Die Erinnerung an meine Kindheit, schreibt Hedwig Herrath Beckmann im Vorwort schrieb ich immer und immer wieder auf.
Dank der Hilfe einer geduldigen Therapeutin, deckte ich Erlebnisse auf, die meine Seele vergrub, weil sie so unerträglich waren, dass ich verstummte und immer wieder schwer erkrankte. Jetzt erst, mehr als fünfzig Jahre nach der qualvollen, unverständlichen, administrativ verfügten Verschleppung, und Trennung von der Mutter, den Geschwistern, und der Vertrauten Umgebung, wage ich mich hiermit an die Öffentlichkeit.
Für den Akt der Befreiung, war es notwendig, dass ich noch einmal in die Rolle des hilflosen, herumgestossenen, sensiblen kleinen Mädchens hineinschlüpfe, das ich gewesen bin.
Ich musste alles nochmals durchleiden, in der Begrenztheit meiner kindlichen Erfahrung von Begriffen und Gefühlen, hineingeworfen in eine übermächtige, undurchschaubare, und grausame Welt.
Als die Qualen mich verstummen liessen, erschien ein rettender Engel, die Nonne Vicentin‚ und reichte mir in tiefster Verlassenheit ihre Hand. Ihr Blick, und dieser eine Händedruck, bewirkten, dass mein Wunsch nach Liebe und Verzeihen, stärker wurde, als das Sinnen nach Rache und Hass. In diesem Moment, als sie mir Ihre Hand reicht, wusste ich, dass es nicht sinnlos war, auf dieser Welt zu sein. Dieser kleine Liebesbeweis bewirkte, dass ich an dieser grauenvollen Kindheit nicht zerbrach und ich begriff, wie erlösend ein einziger Händedruck sein konnte. Ich machte mir dadurch zur Aufgabe, allen Menschen die mir begegneten, Mut zu spenden, und einen kleinen Lichtblick zu geben.
Meine einzige Tochter, ist heute Magister und glücklich verheiratet, und ich nahm Kinder in Not bei mir auf, und half ihnen auf den rechten Lebensweg. Das Geld für alle verdiente ich selbst, und bin zum zweiten Mal unglücklich verheiratet.
Die tiefe innere Einsamkeit bleibt ein Leben lang, und ist auch nicht durch viele Freundschaften zu besiegen. Immer wieder wählte ich mit unbewusster Absicht Männer, die ebenfalls tranken, und von unbeschreiblichem Egoismus geprägt waren – Ebenbild meines Stiefvaters.
Ich bereiste die ganze Welt, und las sehr viel, weil ich verstehen lernen wollte, wie und warum Menschen so handeln, wie sie es tun, um zu erfahren, was man uns im Kloster vorenthielt – abgeschirmt von der Aussenwelt.
Heute lebe, male und schreibe ich in Deutschland und Spanien.

Hedwig Herrath Beckmann legt mit Ihrer autobiographischen Erzählung eine beeindruckende narrative Anamnese einer tiefen Kindheitsverletzung vor, um so erstaunlicher wie lebendig und humorvoll die Expedition auf das Angstgelände der verdrängten Vergangenheit gelang.

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