Ein Roman von Sigried Ammer
(Frauenliteratur)
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Angebotstext
Clio – den Namen hat ihr ihr Vater, ein passionierter Archäologe gegeben – hasst Geschichte und Archäologie. Nach dem Tod ihres Vaters schlägt sie sich mit Übersetzungen herum.
Als sie während ihrer Recherchen für einen Übersetzungsauftrag eines Antikenführers die Ruinen von Mykenae besucht, verwandelt sie ein geheimnisvoller Zauber ins Mykenä zur Zeit Klytemnästras zurück. Dabei wird sie Zeitreisenzeugin der Tötung Iphigenies auf Aulis durch die Hand ihres eigenen Vaters, Agamemnon, und der Ermordung Klytemnästras durch Orest, der von Furien gejagt das Gericht in Athen anruft und freigesprochen wird – eine Zäsur für die Ablösung der matriarchalen Herrschaft.
Nach der Rückkehr von ihrer Zeitreise brennt Clio vor Interesse und Neugier an Mythen. Angestoßen von einem Bild, das sie in einem Buch ihres Vaters findet, beschließt sie, mit Freundinnen eine Reise nach Çatal Hüyük, eine neolithische Stadt in Kleinasien, zu unternehmen.
Unterwegs nehmen sie eine geheimnisvolle Alte in ihrem VW–Bus mit. Während einer Raucherpause verschwindet Clio mit der Alten im Feld. Als sie nach einer Stunde endlich zurückkehrt, stellen ihre Freundinnen fest, dass sie sich verändert hat. Marina flüsterte:
„Mein Gott, sie hat denselben Blick wie die Alte.“
Alle konnten es sehen und erwarteten Clio mit Spannung.
Clio ging schlafwandlerisch auf Linda zu und lächelte glücklich.
„Ich habe sie gefunden.“
„Wen?“, fragte Linda leise.„Sie, die Frauen, die Stadt, Linda, es ist unglaublich, was ich erlebt habe.“
Und dann erzählt sie ihren staunenden Freundinnen von Kil Laku, wo sie ein Jahr verbracht und die Wahl des Jahreskönigs im Frühjahr und die Heilige Hochzeit und Opferung des Königs im Herbst erlebt hat.
Die nächsten Stationen sind die klassischen Stätten der Antike: Kreta, Sparta und Olympia, wo Clios Zeitreisen verdeutlichen, dass die Geschichtsschreiber den wahren Ursprung der Olympischen Spiele verborgen haben.
Schließlich setzt Clio nach Italien über und fährt mit zwei Freundinnen nach Rom, wo sie in die Zeit Neros und Paulus’ versetzt wird. Dort findet sie sich als Priesterin der Vestalinnen wieder. Kraft ihres Amtes rettet sie einen zum Tode Verurteilten aus der Hand eines rachsüchtigen Henkers, nicht ahnend, dass es sich um einen Christen handelt. Als sie in Liebe zu ihm verfällt, ist dies ihr Todesurteil.
Clios letzte Station ist eine kleine deutsche Grenzstadt, in der sie als geheimnisvolle Zigeunerin in die Zeit der Inquisition hineingerät. Ihr großer Gegenspieler ist der Inquisitor, der sie in einem bedrückenden, von Angst und Terror geprägten Hexenprozess zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt.
Aus den lodernden Flammen des Scheiterhaufens überblendet sich plötzlich ein anderes Bild: das Bild einer Frau in einem brennenden VW–Bus – es ist Clio.
Waren Clios Zeitreisen etwa Stationen auf der längsten Reise, die ein Mensch antreten kann?
In Zeiten der lodernden Feuer ist ein Roman zur Geschichte der Frau. Alle wesentlichen Kulturerrungenschaften gingen von der Frau aus: Die Kenntnis der Pflanzen für die Ernährung und Heilung, die Domestizierung der Tiere, der Ackerbau, die Geburtenkontrolle, die Töpferei, die Bekleidung, der Hausbau und vieles andere mehr. Diese Erfindungen haben einzig der Erhaltung und dem Glück der Menschheit gedient. Immer stand der Mensch im Mittelpunkt der Entscheidungen, dabei wurde die Natur als Partnerin des Menschen verstanden und verehrt.
Die Frau hat eine immanent und transzendent wichtige Rolle in der Gesellschaftsentwicklung gespielt. Sie verfügt über Fähigkeiten, deren Unterdrückung und Pervertierung die menschliche Gesellschaft in eine gefährliche Situation gebracht hat.
Das Weibliche in allen Menschen muss wieder zu seinem Recht kommen und erneut in den Mittelpunkt unserer Entscheidungen gestellt werden.
Die thebanische Sphinx wird sich noch einmal in den Abgrund stürzen, wenn wir wie Ödipus ihre Frage zu beantworten lernen.
Zur Autorin:
Geboren 1936 in Reutlingen. Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik und Psychologie in München und Köln. Nach der Promotion 1966 Lektorin für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Belgrad und der Universität Athen. Arbeit an einer Sprachschule, später Leitung derselben.
Zahlreiche Veröffentlichungen, darunter Ein ernstes Kind. Roman. Droemer–Knaur Verlag München 1985 und Griechenland der Frauen. Frauenoffensive Verlag München 1989.
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