Elf Erzählungen
Ein Roman von Reinhard Febel
(Erzählungen)
Anschläge inklusive Leerzeichen: ca. 448.857
Manuskript im Word-Format
Angebotstext
Reinhard Febels elf Erzählungen handeln von Menschen in Grenzsituationen, die teilweise bis ins Groteske verzerrt sind und weder über Ort noch Zeit verankert erscheinen. Auch tradierte Gattungen wie die fantastische Erzählung oder das Sciencefiction–Genre werden überschritten und spielerisch mit Krimi–Elementen und Filmtechniken vermischt.
Reinhard Febel legt in seinem erstaunlichen Erzählband elf flirrende kosmopolitische Erzählungen vor, die wie von einer Zenmeisterei in Schweizer Präzisionsarbeit verfertigt erscheinen.
1. Schweizer Präzisionsarbeit: auf den Mount Everest führt nun eine Bergbahn: der ultimative und teuerste Tourismuskick. Widerstand armer Leute gegen reiche nennt man oft fälschlicherweise Terrorismus, und die Bergstation der Everestbahn ist diesbezüglich besonders anfällig, muss die Panoramaverglasung doch den zum Atmen notwendigen Sauerstoff zusammenhalten.
2. Ein ehemaliger Priester vermarktet erfolgreich eine todsichere neue Diät. Bei seinen Werbeveranstaltungen dokumentieren Videos den allmählichen Übergang von Dicken zu Supermodels. Von Take zu Take schmilzt das Fett nur so dahin.
Doch irgendetwas stimmt nicht, denn zum Schluss endet die Diät für den Geistlichen tödlich.
3. Eigentlich hat Fräulein Scheuner einen Traumjob: als Museumswärterin ist ihr die Waffenkammer unterstellt, ein sehr interessantes Gebiet. Aber manches hat sie nicht, oder zu sehr, im Griff, und so kommt es zu einigem Blutvergießen.
4. Er ist ein seltsames Phänomen, das hie und da, öfter und öfter beobachtet wird – eine neue Art von Intelligenz? Eine neue Form von Persönlichkeit? Ein eigenwilliger literarischer Exkurs über künstliche Befruchtung.
5. Die Zentrale eines japanischen Konzerns, der Fische jeder Größe eindost, soll renoviert werden. Dazu wird ein berühmter Architekt aus Europa eingeflogen. Beim Arbeitsessen über den Dächern von Tokio wird er ungewollt Mitspieler eines besonderen Russischem Roulettes: das dabei verwendete Projektil ist ein giftiger Fisch.
6. Lange nach unserer Zeit haben sich Forscher an die Arbeit gemacht, die Archäologien vergangener Kulturen zu entwirren, dabei machen sie eine erstaunliche Entdeckung: die Kulturen sind ineinander geschachtelt wie eine russische Puppe.
7. Der soeben versicherte Daumen eines berühmten Pianisten wird von einem Hund gefressen. Dies ist jedoch kein Zufall. Auch nicht, dass gleichzeitig zwei bewaffnete Banditen in einem zentralafrikanischen Lagerhaus ersticken, denn Gott würfelt nicht mehr.
8. Ein Forschungsschiff befindet sich auf einer Open–end–Mission, auf der alles automatisiert ist – fast alles, denn für einige Entscheidungen wird man noch Menschen benötigen, und zwar eine Frau und einen Mann, die im richtigen Augenblicke den Staffelstab weitergeben müssen.
9. Eine schöne Frau wird erpresst, weil sie kein Verbrechen begangen hat, denn: ein gefilmter Mord ist nicht unbedingt einer. Dabei wird ihr allerdings ihre Vorliebe für Palindrome beinahe zum Verhängnis. Den Kommissar in dieser Geschichte hingegen erinnert das zerzauste Haar einer Toten an eine Welwitschia und seine eigene Vergangenheit in Namibia.
10. Auf einer Küstenstraße spielt ein Mann in einem roten Cabriolet eine Anekdote nach, die von einem alten Zenmeister überliefert ist, merkt dies jedoch erst, als sein Wagen von der Straße fliegt.
11. Ein amerikanischer Stützpunkt in der Wüste eines fremden Landes. Ein Schwachkopf aus der Reinigungstruppe steht, ohne es zu wissen, in Verbindung mit dem Dorfnarren einer nahen Wüstensiedlung. Als einzige sehen sie voraus, was geschehen wird. Doch können sie auch das Reich des Bösen zu Fall bringen?
Flirrende, wie von einer Zenmeisterei in Schweizer Präzisionsarbeit verfertigte kosmopolitische Erzählungen!
Zum Autor:
1952 in Metzingen bei Stuttgart geboren.
Kompositionsstudium bei Klaus Huber in Freiburg.
1980 Beethoven–Preis der Stadt Bonn.
Von 1983 bis 88 freiberuflich als Komponist in London.
1984 Stipendiat der Villa Massimo Rom.
1985 Uraufführung der Sinfonie bei den Donaueschinger Musiktagen.
Seit 1997 Professor für Komposition an der Universität Mozarteum in Salzburg.
Gastvorträge, Kurse und Konzerte in Argentinien, Uruguay, Chile, Peru, Kamerun, Südafrika, Lettland, Neuseeland, Bolivien, USA, Taiwan, Japan, Frankreich, Türkei, Mazedonien, Irland, Italien, Spanien u.a.
Werke:
Musiktheater: u.a. Morels Erfindung nach Adolfo Bioy Casares, UA 1994; Staatstheater Darmstadt
Hörspiele: u.a. Desert Inn mit Vadim Glowna, Köln WDR 1999
Libretti: u.a. Lichtung, UA 2001 Oper Bonn
Erzählungen: Giftiger Fisch, 2003–2005; noch unveröffentlicht
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