Ein Roman von Claudia Kort

(Erzählungen)

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Manuskript im Word-Format

Angebotstext

Frau Montecatini erinnert sich an einen Tag ihres Lebens.
Es fängt harmlos an. Sie befindet sich auf einer Urlaubsreise mit M. Tom, einem Ausstellungsmacher, und ihrem Ehemann. Mit der Zeit wird ihr klar, daß der Urlaub eine Reise in die Abgründe ihrer Ehe ist. Dabei war alles ganz anders geplant, sollte die Reise sie doch zurück in die Flitterwochen führen, versöhnend mit den Sehnsuchtstableaus der Erinnerungen.

Ein Zufall, eine Kleinigkeit ist es, die Isabella Montecatini erschüttert und an die Frau denken läßt, die sie einmal gewesen ist und die sie wiederzufinden hofft.

In kleinen, traumartig versprengten Schnipseln taucht sie als geheimnisvolle Frau im roten Kleid auf. Mit diesen Erinnerungsbildern im Kopf entscheidet sie sich, ihren Ehemann, die Langeweile, ihre kalten und mit Haß erfüllten Gefühle zu verlassen. Sie setzt sich in den Zug und fährt nach Locarno zum Filmfestival, dorthin, wo die Wünsche und Fiktionen sich einmal im Jahr unter freiem Himmel versammeln dürfen, um Wirklichkeit zu werden und sich in dem Bildnis eines jungen Mannes zu manifestieren, dem sie fortan auf dem Altar der großen Liebe nachtrauern wird, da sie sich die Erfüllung versagt hat.

Wie vor zehn Jahren macht sie sich erneut auf die Suche nach ihm, greift das abgerissene und in ihrem Herzen konservierte Stückchen Film wieder auf, in der flammenden Hoffnung, das Drehbuch ihres Lebens nun endlich umschreiben zu können.
Am Ende verschmelzen Rückblende und Gegenwart zu einem eigenartigen Déjà-vu.

Mit großer poetischer Sensibilität versteht es Claudia Kort, die literarische Sonde in die Rinde jenes Schlafes zu legen, der unser kleines Leben umringt. Dabei gleicht sie einer Fotografin, die Sturm und Windstille auf einem einzigen Bild festzuhalten vermag.

Zur Autorin:
Geboren 1964 in Neustrelitz. Nach dem Abitur in Hamburg Schauspiel- und Regieausbildung in Ulm. Auf eigenen Wunsch abgebrochen. Anschließend Studium der Theater- und Medienwissenschaften. Abschluß M.A. Hospitanzen am Schauspielhaus Düsseldorf und am Thalia Theater Hamburg.
Verschiedene Inszenierungen: Co-Regie bei F. Roth: „Das Ganze ein Stück“ in Ulm, Koltès „Tabataba“ in St. Gallen. Molière: „Die gelehrten Frauen“ in Hamburg.
Ebenfalls in Hamburg: Performance zum Brodsky-Gedicht „Große Elegie“ für John Donne.
Seit 1997 Regieassistentin am Staatsschauspiel Dresden.
„Filmriß in Locarno“ ist Claudia Korts erste schriftstellerische Arbeit.

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